Finanzierung & Absicherung 21. September 2026

Elementarschadenversicherung 2026: Was Immobilieneigentümer im Rhein-Main-Gebiet jetzt prüfen sollten

Kein Elementarschutz? Das kann den Immobilienwert und die Finanzierbarkeit beeinflussen. Was Eigentümer im Rhein-Main-Gebiet 2026 konkret prüfen sollten.

Elementarschadenversicherung 2026: Was Immobilieneigentümer im Rhein-Main-Gebiet jetzt prüfen sollten

Ein Starkregen-Ereignis, das den Keller flutet. Ein Hochwasser, das das Erdgeschoss trifft. Und dann die Frage, die viele Eigentümer erst im Schadensfall stellen: Bin ich überhaupt versichert? Rund 46 Prozent aller deutschen Wohngebäude sind laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nicht gegen Elementarschäden abgesichert – obwohl die Schadenshäufigkeit durch Extremwetterereignisse seit Jahren steigt.

Im Rhein-Main-Gebiet ist das kein abstrakt-theoretisches Risiko. Der Main und seine Nebenflüsse, die Hanauer Niederungen, Teile von Offenbach und Frankfurt: Überflutungsgefährdete Lagen gibt es in der Region häufiger, als viele Eigentümer annehmen. Gleichzeitig steht eine mögliche Pflichtversicherung gegen Elementarschäden seit Monaten auf der politischen Agenda – der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, die Bundesregierung zögert noch. Quelle

Was das für Sie als Eigentümer jetzt bedeutet – und wo die entscheidenden Stellschrauben beim Versicherungsschutz liegen – das zeigt dieser Beitrag.


Wohngebäudeversicherung ≠ Elementarschutz: Der Unterschied, der im Ernstfall zählt

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass ihre Wohngebäudeversicherung bei Überschwemmung oder Starkregen greift. Das ist ein Irrtum mit finanziellen Folgen. Die klassische Wohngebäudeversicherung deckt Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Elementarschäden – also Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen – sind ein separater Baustein, der aktiv hinzugebucht werden muss.

Wohngebäudeversicherung (Standardumfang)
Feuer, Blitzschlag, Explosion, Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Leitungswasser
Erweiterte Naturgefahren / Elementarschutz
Überschwemmung durch Starkregen oder Gewässerausuferung, Rückstau aus der Kanalisation, Erdrutsch, Erdbeben, Schneedruck – nur mit ausdrücklichem Zusatzbaustein versichert

Wer eine ältere Police hat und diese nie geprüft hat, sollte genau dort nachhaken: Ist der Elementarschutz im Vertrag enthalten? Wenn nicht, lässt er sich nachrüsten – außer die Immobilie liegt in einer Hochrisikozone, was die Prämie erhöht oder die Aufnahme ausschließen kann.


Risikoklassen und was sie für Ihre Prämie bedeuten

Versicherer stufen Immobilien in Gefährdungsklassen ein – in Deutschland häufig nach dem ZÜRS-System (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen). Vier Zonen von GK 1 (geringes Risiko) bis GK 4 (sehr hohes Risiko) bestimmen, ob und zu welchen Konditionen Elementarschutz gewährt wird.

ZÜRS-Gefährdungsklasse Überflutungswahrscheinlichkeit Versicherbarkeit
GK 1 Seltener als alle 200 Jahre Unproblematisch, günstige Prämien
GK 2 Alle 100 bis 200 Jahre Gut versicherbar, moderate Aufschläge
GK 3 Alle 10 bis 100 Jahre Versicherbar mit höheren Prämien und Selbstbeteiligung
GK 4 Häufiger als alle 10 Jahre Oft nur mit erheblichem Selbstbehalt oder gar nicht versicherbar

Im Main-Kinzig-Kreis und in Frankfurt liegen viele Lagen in GK 1 oder GK 2 – der Zusatzbaustein kostet dort häufig weniger als 100 Euro im Jahr. Wer hingegen direkt an einem Gewässer oder in einer bekannten Tieflagenzone wohnt, muss mit GK 3 rechnen und sollte die Policekonditionen besonders sorgfältig lesen.


Was eine fehlende Elementardeckung beim Immobilienverkauf bedeutet

Das ist ein Zusammenhang, den selbst erfahrene Eigentümer selten auf dem Schirm haben: Fehlender Elementarschutz beeinflusst den Marktwert einer Immobilie. Kaufinteressenten fragen zunehmend gezielt nach dem Versicherungsstatus – nicht zuletzt, weil Banken bei der Finanzierungsprüfung die Versicherbarkeit eines Objekts mit einbeziehen.

Liegt eine Immobilie in GK 3 oder GK 4, und ist kein Elementarschutz vorhanden oder nur zu prohibitiv hohen Prämien abschließbar, kann das bei der Beleihungswertermittlung der Bank zu Abschlägen führen. Der Käufer bekommt entweder weniger Kredit oder zu schlechteren Konditionen. Das drückt unmittelbar auf den erzielbaren Kaufpreis.

Für Verkäufer im Rhein-Main-Gebiet bedeutet das: Wer beim Verkauf einen belastbaren Wert nachweisen will, sollte den Versicherungsstatus der Immobilie bereits vor der Bewertung klären – nicht erst, wenn ein Kaufinteressent nachfragt.


Pflichtversicherung: Was der politische Diskurs konkret bedeutet

Der Bundesrat hat sich im Zuge der Diskussion über Hochwasserschäden mehrfach für eine bundesweite Elementarschadenpflichtversicherung ausgesprochen. Die Bundesregierung hat bislang keinen verbindlichen Gesetzentwurf vorgelegt; das Thema steht aber ausdrücklich auf der Agenda für 2026. Quelle

Was bedeutet das praktisch? Kommt eine Pflichtversicherung, könnten Eigentümer ohne Elementarschutz rückwirkend in teurere Tarife eingestuft werden – besonders dann, wenn der Abschluss erst nach einem Schaden oder kurz vor Inkrafttreten einer Pflicht erfolgt. Wer jetzt abschließt, sichert sich den Tarif zu aktuellen Bedingungen.

Für Eigentümer in niedrigen Gefährdungsklassen spricht damit noch mehr dafür, den Zusatzbaustein jetzt zu prüfen – der Aufwand ist gering, der mögliche Nutzen erheblich.


Drei Punkte, die Eigentümer jetzt konkret tun können

  1. Bestehende Wohngebäudeversicherung aufschlagen und prüfen, ob Elementarschutz als Baustein enthalten ist – nicht nur, ob die Police aktiv ist.
  2. ZÜRS-Gefährdungsklasse der Immobilie ermitteln. Das kann über den Versicherer direkt abgefragt werden; viele stellen auch Online-Karten zur Verfügung.
  3. Bei einem geplanten Verkauf: Versicherungsstatus in die Unterlagen aufnehmen und im Bewertungsgespräch ansprechen – er ist ein messbarer Faktor für die Finanzierbarkeit durch den Käufer.

Absicherung und Immobilienwert hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint. Bei JMP Immobilien arbeiten Immobilien- und Absicherungskompetenz im selben Haus zusammen – Jessica Poth als Immobilienmaklerin, die Absicherungsseite über die AXA Generalvertretung Poth & Poth OHG. Wer beides aufeinander abstimmt, vermeidet blinde Flecken.


Nächster Schritt

Sie möchten wissen, was Ihre Immobilie im Rhein-Main-Gebiet unter den aktuellen Marktbedingungen wert ist – und wie sich Versicherungsstatus und Lage auf den erzielbaren Preis auswirken? Fragen Sie jetzt kostenlos und unverbindlich an: online über jmp-immobilien.de/bewertung oder direkt unter 06184 · 95 22 318.


Quellen

Bild: KI-generiert

JMP Immobilien Ihr Immobilienmakler im Raum Frankfurt
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